Mit Kneipp durch die Erkältungszeit

Winter ist Grippezeit. Doch wer ein paar wichtige Lehren der Kneipp’schen Vorsorge verinnerlicht, kann den kalten Monaten etwas gelassener entgegensehen. Praxistipps von Dr. med. Volker Melchert.

Die kalte und dunkle Jahreszeit ist angebrochen. COVID-19 hat uns nicht verlassen und andere virale und bakterielle Krankheitserreger als Ursache für Atemwegserkrankungen stehen vor der Tür – es gilt Vorsorge zu treffen. Körperei Körpereigene Abwehrkräfte sollten in gesunden Tagen aktiviert werden.

  • Tägliche Bewegung an frischer Luft und Sonne
  • Vermeiden von physischer und psychischer Überlastung
  • Ausreichender Nachtschlaf
  • Ausgewogene vitaminreiche Ernährung mit einem hohen Anteil an frischen Obst und Gemüse – regionale Angebote nutzen
  • Kneipp’sche Teilgüsse stärken unser Immunsystems

Die sogenannten Erkältungskrankheiten, nehmen in aller Regel einen typischen Verlauf – Nasen-/ Rachenraum, obere und zum Teil auch untere Atemwege mit entsprechender Symptomatik. Fieber weist zunächst auf eine Abwehrreaktion des Organismus gegen Eindringen der Krankheitskeime hin. Das Infektionsgeschehen beginnt meist mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl mit Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und Leistungseinschränkung.

Leichte und vitaminreiche Kost ist angesagt (Großmutters Hühnerbrühe) und reichlich Tee mit Zitrone und Honig gesüßt, 1 – 2 Kopfschmerztabletten (bei Schwangeren ausschließlich Paracetamol). Entspannung und ausreichend Bettruhe geben dem Organismus die Möglichkeit sein Immunsystem ausreichend zu mobilisieren.

Der weitere Verlauf kann folgendermaßen aussehen: Kratzen im Hals und Kribbeln in der Nase. Abhilfe schafft hier Gurgeln mit Salzlösung und Lutschen von Salbeibonbons. Am 3. oder 4. Tag können sich die Kopfschmerzen verstärken und Fieber kann auftreten, die Stimme leidet und die Nasenatmung wird durch eine verstopfte Nase erschwert. Jetzt gilt es für den Berufstätigen aus dem Arbeitsprozess kurzzeitig auszuscheiden. Bettruhe, weiterhin leichte Kost, Tee und Inhalationen mit Kochsalzlösung mildern die Beschwerden. Bei anhaltenden Halsschmerzen ist ein kalt angelegter Halswickel angesagt, ergänzt durch Kamillen-Kopf-Dampfbäder und etwa 2mal täglich Rotlicht (Leseabstand – Augen schützen).

Sollte sich meist trockener Husten einstellen – weiter inhalieren und möglichst einen Brustwickel anlegen um das Abhusten zu fördern. Wichtig ist auch das mehrmalige tiefe Durchatmen möglichst am geöffneten Fenster. Am 5. Tag müsste das Fieber abgeklungen sein, die bisherigen Maßnahmen können aber je nach Symptomatik weitergeführt werden. Schleimlösende Hus- tenmedikation bzw. Teesorten helfen nun weiterhin aus dem trockenen Husten einen „produktiven“ Husten zu machen, wichtig bleibt das Abhusten. Hustensäfte können bei Kindern hilfreich sein. Die Tage 6 und 7 nach Beginn des Atemwegsinfekts sollten beim unkomplizierten Verlauf eine deutliche Besserung aller Beschwerden aufweisen.

Mehr Bewegung an frischer Luft ist möglich, die allgemeine Stimmung bessert sich und etwa um den 10. Tag sollte der Infekt über- wunden sein. Im Übrigen nutzen Sie die Kompetenzzentren Apotheke und Physiotherapie, Praxen mit deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unserer Stadt.

Anschließend die dringende Bitte bei Zunahme der Symptomatik: Bei rasch einsetzenden und anhaltend hohen Fieber, Husten und Atembeschwerden bis zur Atemnot kontaktieren Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt und vermeiden Sie unbedingt Kontakte mit Personen außerhalb ihres engeren häuslichen Umfeldes.

Ich wünsche Ihnen stabile Gesundheit!

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